Was Hörakustiker täglich tun
Hörakustikerinnen und Hörakustiker versorgen Menschen mit Hörminderung. Die Ausbildungsverordnung von 2016 beschreibt die Kernarbeit über die Prüfungsbereiche der Gesellenprüfung: audiologische Kenndaten erheben, dreidimensionale Abbilder des äußeren Ohres und Otoplastiken herstellen, Hörsysteme anpassen und Kunden beraten sowie Servicemaßnahmen an den Geräten durchführen.
Eine Versorgung umfasst in der Regel mehrere Termine: Messung und Gespräch über die Hörsituation im Alltag, Auswahl eines Systems, Anpassung am Computer, Probetragen und Nachkontrolle. Dazu kommen Reparaturen, Reinigung, Gehörschutz und Zubehör. Der Beruf verbindet damit Messtechnik, Feinhandwerk in der Werkstatt und Beratung, die viel Geduld verlangt.
Warum der Meister in diesem Handwerk zählt
Hörakustiker steht in Anlage A der Handwerksordnung (HwO) unter Nummer 34 und ist damit ein zulassungspflichtiges Handwerk. Einen solchen Betrieb darf nach § 1 HwO nur selbstständig führen, wer in die Handwerksrolle eingetragen ist. Eingetragen wird nach § 7 HwO, wer die Meisterprüfung bestanden hat oder eine gleichwertige Qualifikation nachweist. Führt eine Gesellschaft oder ein Inhaber ohne diese Qualifikation den Betrieb, muss ein Betriebsleiter die Voraussetzungen erfüllen.
Die Ausnahme für erfahrene Gesellen nach § 7b HwO gilt für die Nummern 33 bis 37 der Anlage A ausdrücklich nicht. Dazu gehören neben Hörakustikern auch Augenoptiker und Zahntechniker. Das erklärt Titel wie Hörakustikmeister mit Filialleitung oder Leiter eines Hörakustiker Teams auf dieser Seite.
| Rolle | Aufgaben | Voraussetzung |
|---|---|---|
| Hörakustiker (Geselle) | Messung, Otoplastik, Anpassung, Service | Gesellenprüfung nach dreijähriger Ausbildung |
| Hörakustikermeister | zusätzlich fachliche Leitung eines Betriebs oder einer Filiale | Meisterprüfung im Hörakustiker-Handwerk |
| Filial- oder Teamleitung | Personal, Organisation, Umsatzverantwortung | je nach Betrieb Meistertitel und Berufserfahrung |
Wo die Stellen liegen
Typische Arbeitgeber sind Fachgeschäfte, vom inhabergeführten Einzelbetrieb bis zur Filialkette. Gesucht werden Gesellen für die Kundenversorgung, Meister für die fachliche Leitung und Auszubildende. Wer lieber ohne festen Laden arbeitet, findet vereinzelt Stellen bei Herstellern von Hörsystemen, etwa in Schulung oder technischem Support. Frag bei Filialisten, wie viel Zeit neben der Leitung für eigene Kundentermine bleibt.
Welche Rolle zu dir passt
Als Geselle arbeitest du nah an der Kundschaft und in der Werkstatt, ohne die Verantwortung für den ganzen Betrieb zu tragen. Der Meister lohnt sich, wenn du eine Filiale fachlich leiten oder dich selbstständig machen willst, denn ohne Eintragung in die Handwerksrolle geht beides nicht. Teamleitungen verlangen zusätzlich Freude an Personalplanung und an Zahlen. Achte in Anzeigen darauf, ob die Leitung einer oder mehrerer Filialen gemeint ist und wie viele Mitarbeitende dazugehören.